Wer sich auf die Schnelle mal mit den Möglichkeiten von rein serverbasierter Software vertraut machen möchte, dem kann ich einen Blick auf diese paar Dienste empfehlen. Die Mächtigkeit der AJAX-(Asynchronous Java Script and XML) ist äußerst beeindruckend. Nicht nur, dass man nahezu die Reichhaltigkeit von auf dem Desktop installierten Programmen “simulieren” kann, sondern auch die rein webbasierte Architektur ermöglicht eine ungeahnte Form der Zusammenarbeit (“Collaboration”) mit anderen. Was sich von den Funktionalitäten her immer stärker durchsetzt, ist eine smarte Verbindung zwischen strukturierten Daten im Sinne einer Datenbank die von der Software vorgegeben wird mit der Möglichkeit eine gewissermaßen induktive, nutzergesteuerte Struktur mittels Tags aufzubauen. Korreliert man nun Tagging mit Collaboration (=Folksonomy), ist man auch für geschäftliche Anwendungen genau da, was bereits maßgeblich den Erfolg der Foto-Community Flickr ausmacht.
Ebenso, und das wird der entscheidende Trend für die nächsten Jahre sein, erlaubt die offene Schnittstellenarchitektur eine Integration des Services mit anderen Diensten. Zum Beispiel: Zimbra ist so etwas wie Microsoft Outlook online, also die zentrale Kommunikationseinheit für einen Nutzer. Ist diese Nutzer im Bestellwesen seiner Firma tätig, so kann eine Mail eine Bestellnummer enthalten, die augenscheinlich ein Link ist. Rollt man die Maus über den Link, so erscheint in Echtzeit mit Zugriff auf den ebenfalls webbasierten Service des Bestellwesens eine detaillierte Übersicht über den Status einer laufenden Order. Saubere Sache.
Hier ein paar Dienste, die es sich lohnt mal anzuschauen:
** Writley als ein Textverarbeitungsprogramm

** Numsum als Tabellenkalkulationsprogramm
** Zimbra (wie oben geschrieben quasi das “Outlook” online)
** Basecamp für Projektmanagement (damit mache ich Tag für Tag sehr gute eigene Erfahrung)

In einigen Fällen gibt es eine Gratisversion, die schon jede Menge kann. Für die vollen Funktionalitäten ist entweder bereits jetzt oder in Zukunft ein Bezahldienst vorgesehen. In Zeiten von Google und Keyword-Advertisement ist keineswegs ausgeschlossen, dass solche Dienste sich auch über ein werbebasiertes Modell finanzieren werden. So gesehen bekommt die oft genannte Konvergenz noch eine weitere Dimension: Software als Dienst und das Geschäftsmodell von Medien wachsen zusammen.



Der Desktop im Internet
Hatte neulich schon was dazu geschrieben, und dieser Zug nimmt immer schneller Fahrt auf. Hier sind wieder mal zwei Neue Anwendungen, bei denen Microsoft aus gutem Grund der Arsch auf eben diesen (Grund :-) gehen darf: Goowy und Glide Effortless…