René Seifert – Entrepreneur & Global Citizen

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Über westliche Frauen in Indien

Technorati ist als Blog Suchmaschine absolut smart gebaut, weil die Engine die Sprache des Blog-Eintrags automatisch erkennt und dann entsprechend filterbar macht. So konnte ich ruckzuck meinen deutschen Eintrag von gestern aufspüren.

Ein paar Treffer drunter fand ich einen Artikel von “Daniela in Indien”, die offensichtlich auch in Bangalore lebt und die Vergewaltigung einer deutschen Touristin in Indien zum Anlass nimmt, in ihrem Blogeintrag ein paar warnende Worte zu sprechen.

Nicht alle Inder sind Betrüger und Verbrecher. So etwas zu sagen würde ich mir nicht anmaßen. Aber es ist nun einmal wahr, dass man hier immer wieder angesprochen wird. Man sollte niemals nicht persönliche Details preisgeben. Falsche Namen und falsche Herkunftsländer zu erfinden ist keine Schande. Imaginäre Ehemänner zu schaffen ist immer gut, und auch sonst sollte man gar nichts von sich erzählen. Man sollte niemals mit irgendwem mitgehen. Nicht zu Hotels, nicht zu Restaurants oder Geheimtip-Geschäften oder überhaupt irgendwas.

und auch

Alle weißen Frauen werden als Hobby-Nutten betrachtet. Ich habe das selbst in Rajasthan erlebt und auch in Bangalore wurde ich schon gefragt, wie viel ich koste.

Woran liegt das? Gehen Inder mit ihren eigenen Landsfrauen etwas genau so um? Nicht im Traum, und genau hier liegt der Hund begraben. Indien ist in Punkto Prüderie das Konservativste was man sich vorstellen kann. Über Sex sprechen ist unvorstellbar. Zum Beispiel hatte es eine Schauspielerin kürzlich trotzdem gewagt, sich etwas lockerer zum Thema Sex vor der Ehe zu äußern und damit eine nationale Woge der Empörung losgetreten. Ehen sind in Indien übrigens zu 80 % von der Eltern eingefädelt, das Konzept von “Boy-Friend” oder “Girl-Friend” somit völlig undenkbar. Was natürlich nicht heißt, dass es unter dem Deckel des Kochtopfes testosteronmäßig nicht brodeln würde.

Flirten haben Inder überhaupt nicht gelernt und vom Westen hat man irgendwie die vage Ahnung von “anything goes”. Sieht man sich dann einer weißen Frau gegenüber, dann brechen alle Dämme. Eine Deutsche in Bangalore hat mir dazu erzählt, sie sei auf einer Party mit einem Inder sehr freundlich ins Gespräch gekommen. Später am Abend hat er ihr angeboten, sie nach Hause zu fahren was sie ohne Hintergedanken angenommen hat. Kaum hatte sich der Wagen ein paar Meter vorwärts bewegt, fragte der Inder ebenso plump wie selbstverständlich: “Fahren wir jetzt zu Dir oder zu mir?” Meine Bekannte dachte zuerst sie habe einen Hörfehler, aber die Frage war völlig ernst gemeint. Nachdem sie ihm sehr deutlich gemacht hat, dass nichts derartiges stattfinden würde, gab es gottlob auch keine weiteren Probleme. Aber der Fall scheint mir relativ typisch, so wie Daniela auch schreibt, dass gerade für Frauen in Indien ein gesundes Misstrauen noch nie geschadet hat.

 
 

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